VinziBett: Mehr als ein Bett für die Nacht

Einblicke, die nachdenken lassen – und Mut machen

Die 4A hatte im Oktober 2025 einen Praxiseinsatz bei der VinziBett-Starnacht. Zu Semesterende gingen wir Nachschau halten, was dieses VinziBett eigentlich ist.

Hausleiter Robert Harrauer führte uns mit Stolz durch seine Notschlafstelle für obdachlose Frauen und Männer. Manche sind nur kurz da, für manche ist sie ein Zuhause geworden, aus dem sie wahrscheinlich nicht mehr ausziehen werden. Im Unterschied zu anderen Einrichtungen haben die Menschen hier in Ein- oder Zweibettzimmern Privatsphäre und können endlich ohne Angst vor Zwischenfällen schlafen. Eine weitere Besonderheit sind die Startwohnungen, in denen Menschen betreut „wohnen üben“ können, bevor es zurück in die volle Verantwortung geht. 

Es gibt täglich warmes und selbstgekochtes Essen. Möglich machen das zahlreiche Ehrenamtliche. Große Augen vor einem Kühlschrank: da ist ja Trüffelbutter drin!  Auflösung: Die Nahrungsmittel stammen zum Großteil von der Tafel Österreich, die nicht mehr verkaufbare Lebensmittel zu Sozialeinrichtungen liefert. Und ja, da sind auch mal solche „Luxuswaren“ dabei.

Das war nicht der einzige Moment, in dem die Komplexität der Realität anstrengend wurde. Bei manchen Menschen muss man akzeptieren, dass sie nicht mehr selbstständig werden? Hm. Ja, es gibt auch Leute, die das Sozialsystem ausnutzen? Doppel-hm. Ja, es sind mehr Leute mit aus- als mit inländischer Staatsbürgerschaft da … und anderswo ist obdachlos sein verboten? Hm und hm! Nein, es liegt nicht alles an der Leistungsbereitschaft, es gibt auch soziale Reproduktion? Nicht für alle ganz leicht nachzuvollziehen. Vermutlich werden wir in Ethik und Religion noch einige angeregte Diskussionen führen. 

Gut, dass man manche Geschichten auch einfach nur mit Freude hören kann: von der alten Dame mit Demenz, die endlich eine Pflegeplatz hat. Von der Frau, die Opfer von Menschenhandel war, und die inzwischen malt. Und von der syrischen Medizinstudentin, die jetzt in Österreich Gynäkologin ist. 

Vielen Dank an Robert Harrauer und Obfrau Ingrid Giller, dass sie sich so lange für uns Zeit genommen und uns sogar bewirtet haben!